WP-AG AEMR

Texte menschenrechtlich einordnen

WP-AG AEMR ist ein geplantes WordPress-Plugin zur menschenrechtlichen Analyse von Texten im Frontend einer Website. Nutzerinnen und Nutzer können einen Text direkt auf der Website in ein Textfeld eingeben und erhalten eine strukturierte Einschätzung, welche menschenrechtlichen Grundsätze berührt werden, welche positiven Umsetzungen erkennbar sind und wo mögliche Risiken bestehen.

Grundlage ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Ergänzend arbeitet WP-AG AEMR mit einer erweiterten menschenrechtlichen Kriterienmatrix. Dazu gehören unter anderem Würde, Gleichheit, Nichtdiskriminierung, Verfahrensfairness, Anhörung, Schutz vor Vorverurteilung, Privatheit, Datenschutz, Ehre und Ruf, Kinderrechte, Inklusion, Barrierefreiheit, Meinungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, Beteiligung, Verhältnismäßigkeit, Transparenz, Beschwerdemöglichkeiten und menschenrechtliche Folgenabschätzung.

Die Anwendung ist bewusst niedrigschwellig gedacht: Ein Text wird eingefügt, die Analyse wird gestartet, und das Ergebnis erscheint verständlich aufbereitet direkt im Frontend. Dadurch eignet sich WP-AG AEMR für Vereine, NGOs, Schulen, Bildungseinrichtungen, humanistische Organisationen, Projektgruppen, Redaktionen und zivilgesellschaftliche Initiativen. Geprüft werden können zum Beispiel Leitbilder, Stellungnahmen, Hausordnungen, Statuten, Beschwerdeantworten, Ausschlussbegründungen, Elterninformationen, Website-Texte, Pressemitteilungen, Reden oder interne Regelwerke.

Das Plugin zeigt nicht nur Risiken. Es erkennt auch positive menschenrechtliche Umsetzungen. Ein Text kann also sichtbar machen, dass er Würde achtet, Gleichbehandlung stärkt, faire Verfahren beschreibt, Beteiligung ermöglicht, Kinder schützt, Barrierefreiheit mitdenkt oder transparente Beschwerdewege anbietet. WP-AG AEMR ist damit kein reines Fehlersuchwerkzeug, sondern ein Instrument zur Verbesserung von Sprache, Verfahren und Organisationskultur.

Wichtig ist die klare Abgrenzung: WP-AG AEMR ersetzt keine Rechtsberatung. Das Plugin behauptet nicht automatisch, ein Text sei rechtswidrig. Es bietet eine strukturierte menschenrechtliche Einordnung. Die Analyse unterscheidet zwischen menschenrechtlicher Orientierung, europäisch oder national relevanten Grundrechten, möglichen einfachgesetzlichen Bezügen sowie Soft-Law- und Best-Practice-Hinweisen.

Langfristig soll WP-AG AEMR international anschlussfähig sein. Der erste konkrete Umsetzungsraum ist jedoch bewusst auf Europa und zunächst auf D-A-CH beschränkt: Österreich, Deutschland und die Schweiz. Für diese Länder sollen eigene Kriterienprofile entstehen. Dadurch kann das Plugin später genauer anzeigen, ob ein Punkt vor allem menschenrechtlich relevant, EMRK-relevant, EU-grundrechtlich relevant, national grundrechtlich relevant, einfachgesetzlich relevant oder eher als Best-Practice-Hinweis zu verstehen ist.

Das Backend dient der Konfiguration: Quellen, Kriterien, Länderprofile, Berechtigungen, Exportoptionen, Datenschutzvorgaben und Berichtsvorlagen werden dort verwaltet. Die eigentliche Textprüfung soll jedoch im Frontend stattfinden – je nach Einsatz öffentlich zugänglich, nur für angemeldete Nutzer:innen oder für bestimmte Rollen und Gruppen.

Die Ausgabe folgt dem WPAG-UI-Standard: klare Karten, verständliche Statusfilter, Detailansichten und vollbreite Ergebnistabellen. Ergebnisse können als Bericht exportiert werden. Die Exportkarte verwendet die feste Reihenfolge:

TXT | CSV | PDF

Datenschutz ist zentral. Eingetragene Texte können sensible personenbezogene, weltanschauliche, schulische, vereinsinterne oder politische Informationen enthalten. Deshalb soll WP-AG AEMR standardmäßig datensparsam arbeiten, Texte nicht automatisch dauerhaft speichern und keine externen Analyse- oder KI-Dienste ohne ausdrückliche Aktivierung nutzen.

WP-AG AEMR ist ein humanistisch geprägtes Werkzeug für praktische Menschenrechtsbildung. Es hilft, Texte auf Würde, Freiheit, Gleichheit, Fairness und Verantwortung zu prüfen – direkt dort, wo Menschen mit diesen Texten arbeiten: auf der Website selbst.

Es wurde für den Humanistischen Verband Österreich entwickelt.

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